Die Friedrich-Ebert-Stiftung

Die Friedrich- Ebert- Stiftung (FES) wurde 1925 als politisches Vermächtnis des ersten demokratisch gewählten deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert gegründet. Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert - vom einfachen Handwerker in das höchste Staatsamt aufgestiegen - regte vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen in der politischen Auseinandersetzung die Gründung einer Stiftung mit folgenden Zielen an:

  • die politische und gesellschaftliche Bildung von Menschen aus allen Lebensbereichen im Geiste von Demokratie und Pluralismus zu fördern,

  • begabten jungen Menschen unabhängig von den materiellen Möglichkeiten der Eltern durch Stipendien den Zugang zum Hochschulstudium zu ermöglichen,

  • zur internationalen Verständigung und Zusammenarbeit beizutragen.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung, von den Nationalsozialisten 1933 verboten und 1947 wiederbegründet, verfolgt mit ihren umfangreichen Aktivitäten diese Ziele bis heute. Aktuelle Themenfelder der FES-Arbeit sind: Gerechte Gesellschaft, Innovation und Fortschritt sowie Aktive Demokratie

Ein typischer Tag im FES-Büro Bangkok könnte so aussehen: Chanapa, die englischsprachige Sekretärin, hat gerade Flugtickets für Teilnehmer/innen gebucht, die an einem regionalen Seminar zur Sicherheitspolitik der FES in Singapur teilnehmen sollen; im Anschluss müssen die Einladungen für die anstehende Podiumsdiskussion zur Demokratiefähigkeit Thailands verschickt werden. Sanit, der Bürofahrer, ist von einer Stadttour zurück, bei der er Publikationen, Briefe und andere Unterlagen an Partnerorganisationen überbracht hat. Weiter geht es zum Flughafen, den Verfassungsexperten aus Deutschland abholen. Sanits Tag wird lang: heute Abend bereits ist ein Informationsgespräch des Gasts mit Partnern aus Wissenschaft und Politik geplant. Die Programmreferentin Preeda recherchiert gerade im Internet zur Situation von Frauen in Konflikten; für das zum Konflikt im Süden des Landes geplante Seminar müssen noch Veranstaltungskonzept und Programm entworfen und mit den Partnern diskutiert werden. Preeda wird kurz von Panida, der Reinigungshilfe und Bürobotinunterbrochen: Welches Menü soll für das morgige Gespräch mit Frauenrechtlerinnen in der Kantine des 30-stöckigen Büroturms bestellt werden? Inzwischen telefoniert die deutsche Buchhalterin Karin zum dritten Mal mit der Bank: Warum wurde die Überweisung aus Bonn immer noch nicht gutgeschrieben? Sakdina, der wissenschaftliche Mitarbeiter, betreut in seinem Büro einen unangekündigten Besucher, informiert über die Arbeit der FES und gibt Kontakttipps zur Recherche über Arbeitsrecht in Thailand. Und die Landesvertreterin Vesna Rodić? Heute steht ein Kurzbericht zur aktuellen politischen Lage vor Ort auf dem Programm und die strategische Diskussion für die Arbeit der nächsten drei Jahre will vorbereitet werden. Der Nachwuchs in Gestalt der Praktikantin Isabella editiert inzwischen einen englischsprachigen Seminarbericht über Zensur und Medienprobleme…

Das achtköpfige Team der FES in Thailand organisiert ca. 40-50 so genannte „Maßnahmen“ im Jahr. Darunter sind Seminare, Workshops, Konferenzen, Trainings und Publikationen, die der Unterstützung des Demokratisierungsprozesses in Thailand dienen. Nach dem Militärputsch im September 2006 steht die in den letzten Jahren entwickelte Arbeit in einigen Themenbereichen wieder auf dem Prüfstand. Die aktuellen Themen heißen: neue Verfassung, Wahlen und politische Reformen, der gewaltsame Konflikt im muslimischen Süden, Jugend und Politik. Dauerbrenner bleiben Gender- und Frauenpolitik, Gewerkschaften, Arbeits- und Sozialpolitik. Das Büro Bangkok entsendet auch rund 30 Referent/innen jährlich zu Veranstaltungen der FES im Ausland. Und nicht zuletzt betreut es andere regionale und globale FES-Events vor Ort, deren Vorbereitung, über mehrere Länder und Kontinente verteilt, entsprechend intensiv ist. Obwohl das Büro, das seit 1970 existiert, dieses Arbeitsprogramm zusammen mit seinen thailändischen Partnerorganisationen aus Staat und Zivilgesellschaft plant und umsetzt, sind die lokalen Kolleg/innen für den Erfolg dieser Arbeit ausschlaggebend. Denn die für den thailändischen Kontext bisweilen befremdend wirkenden deutschen Methoden und Richtlinien müssen „übersetzt“ und an die lokalen Bedingungen angepasst werden. Und: In der gesellschaftspolitischen Arbeit gilt hier die gute persönliche Beziehung weitaus mehr als in Deutschland. Während die deutschen Auslandsmitarbeiter/innen alle drei bis fünf Jahre den Standort wechseln, sind die lokalen Teams das Rückgrat, der rote Faden in der täglichen Beratungs- und Bildungsarbeit.

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